Sven Krumbeck Blog

Tag des digitalen Lernens

Am 7. März 2013 fand der Tag des digitalen Lernens statt.
Mehr als 100 Teilnehmer, hauptsächlich Lehrer und Eltern, vereinzelt auch Schüler, kamen an diesem Tag ins Landeshaus, um sich darüber zu informieren, wie das digitale Lernen unsere Schulen zukünftig verändern kann. Auch Kieler Piraten, u.a. aus der AG Bildung waren anwesend.

Der Diplom Pädagoge Jöran Muuß-Merholz lieferte einen Einblick in das Thema. Er stellte die Frage, wie sinnvoll es sei, Smartphones in der Schule generell zu verbieten, wo doch heutzutage die Mehrzahl der Schüler solch einen kleinen Computer in der Hosentasche hat.

In welcher Form das digitale Lernen heute schon erfolgreich genutzt wird, zeigte Jens Lemke vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schule Schleswig Holstein (lQSH) anhand seines eigenen Beispiels. Als Englischlehrer hat er 14 Schüler auf den Halligen Hooge, Langeness, Oland und Nordstrandischmoor via Internet unterrichtet. Dazu wurden eine Lernplattform sowie eine Mediathek erstellt, die den Schülern die Chance boten, selbstständig den Unterricht durchzuarbeiten.
Die Schüler konnten sich so auf ihren Abschluss vorbereiten.

Ein anderes Beispiel ist das Hamburger Kurt-Körber-Gymnasium. Dort startete das Projekt „paducation“. Alle Schüler der Oberstufe erhielten zu Beginn des Schuljahres 2011/2012 leihweise ein iPad2. Diese Tablets dienen als Lernbegleiter, dürfen aber auch privat genutzt werden.
Dieses Projekt folgt dem Trend vieler europäischer Länder, in denen das digitale Lernen längst Alltag ist. Weitere Informationen über das Projekt findet ihr hier: http://paducation.eu

In Schleswig Holstein hat das digitale Lernen bisher wenig Einzug erhalten, auch aufgrund teilweise langsamer Internet Verbindungen an den Schulen.

Wir als Piraten setzen uns für eine verbesserte IT-Ausstattung, für mehr Medien und Technik an Schulen ein. Sie sollten wie selbstverständlich in den Unterricht eingebunden, anstatt verboten werden.
Durch die immer höher werdende Anzahl an Smartphones auch unter Schülern, ist das Internet aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Anstatt mit allen Mitteln gegen Handys vorzugehen, sollten die Schulen sich diese zu Nutzen machen und die Schüler unter dem Motto „bring your own device“ ermutigen, ihre internetfähigen Handys im Unterricht einzusetzen. Selbstständiges Lernen wird gefördert und die eigenständige Informationsbeschaffung erzeugt mit Sicherheit mehr Lernmotivation, als permanenter Frontalunterricht und „Bulimie Lernen“.
Zudem ist es in der heutigen Zeit sehr wichtig, dass Schüler eine gute Medienkompetenz erwerben und dadurch lernen, ihre Medien gezielt und erfolgsversprechend auch für ihre eigene Bildung einzusetzen.
Die Piraten arbeiten an einer Schleswig-Holstein-weiten, nicht verpflichtenden Mindestausstattungsempfehlung für IT an Schulen. Dies ist auch eine Forderung der Eltern- und Schülervertretungen.

Ein Problem besteht sicherlich darin, dass viele Lehrer, insbesondere diejenigen der älteren Generation, sich vor den neumodernen Medien fürchten. Daher ist es unser Bestreben, dass auch die Lehrer in Sachen Medienkompetenz eine gute Ausbildung erhalten.
Sie sollen die Angst vor den Medien verlieren und die Chancen in ihnen sehen und erkennen. Die Frage ist hier, wir kreativ die Lehrer sein können, das Vorhandensein dieser Medien bestmöglich für sich, die Schüler und den Unterricht auszunutzen.
Wir versuchen, dies in der Reform der Lehrerausbildung zu verankern und werden auch nicht drum herum kommen, die aktuellen Lehrer in einem gewissen Rahmen nachzuschulen.

Weiterhin möchten wir die Prüfungsordnung dahingehend reformieren, dass es zukünftig erlaubt ist, Smartphones während der Prüfungen einzusetzen.

Meiner Meinung nach müssen auch keine speziellen Konzepte für den Gebrauch digitaler Medien im Unterricht erschaffen werden. Die „iPad-Klassen“ aus Hamburg zeigen, dass es möglich ist, wenn man einfach mal damit anfängt, digitale Medien im Unterricht einzusetzen. Dieses Projekt war bisher erfolgreich, schleswig-holsteinische Schulen sollten daran anknüpfen. Immerhin gibt es Schulen, wo jeder Schüler seinen eigenen PC hat, überdies hinaus ist aber ja noch weitaus mehr möglich.

Für mich war der Tag des digitalen Lernens sehr wichtig, da er hoffentlich vielen Menschen gezeigt hat, dass die neuen Medien eine Chance und kein Verderben sind.
Ich hoffe auch, dass die Erkenntnisse des Tages sich in meinem folgenden Antrag widerspiegeln werden:
http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/0600/drucksache-18-0625.pdf

In der AG Bildung wurde und wird im Übrigen ausführlich über die Themen E-Learning, den Einsatz neuer Medien und den damit verbundenen Herausforderungen für Lehrer gesprochen. Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen.
( http://wiki.piratenpartei.de/SH:AG_Bildung_und_Wissenschaft )

 

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