Sven Krumbeck Blog

Der „Game Treff“ im Landtag

„GameTreff – Eltern testen Computerspiele“

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Gerade in der heutigen Zeit wirft das Thema Computerspiele viele Fragen auf. Eltern haben ein großes Informationsbedürfnis, möchten um eventuelle Risiken oder Potenziale von Computerspielen wissen.

Um fachkundlich zu informieren, wurde vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein der „Game Treff“ ins Leben gerufen.BMoljIFCYAAnVYfDieses Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Eltern sowie Lehrkräften einen Eindruck über heutige Computerspiele zu vermitteln.Um dies zu erreichen, stehen einige Spiele verschiedener aktueller Trends an mitgebrachten Computern und Konsolen zur Verfügung.Es ist wichtig, dass solche Spiele gewählt werden, die innerhalb einer kurzen Zeit von ca. 20 Minuten das volle Spielerlebnis auch für „Nichtspieler“ bieten. 
Die Bestrebung liegt darin, den Erwachsenen einen Moment des Verstehens zu verschaffen, ihnen Begeisterung für ein Spiel zu entlocken.
Dies kann nur geschehen, indem sie das Spiel selbst erleben.

Die Interessierten werden von einer kleinen Gruppe von drei Spielexperten herumgeführt und angeleitet. An jedem Computer sind sieben bis acht Spiele installiert, sodass die Eltern bzw. Lehrer auch mehrere Spielarten ausprobieren können.Nach der Einführung in die Welt der Spiele werden innerhalb von drei bis vier Stunden in mehreren Spielrunden verschiedene Computerspiele ausprobiert. Das Team des Game Treffs steht währenddessen beratend zur Seite. Anschließend gibt es eine Auswertungsrunde mit einer Diskussion und Themeninputs.Da man während des Game Treffs nur einen kleinen Einblick erhalten kann, kommt das Team vom „Game Treff“ zu einem späteren Zeitpunkt gerne erneut an Schulen. Zum Beispiel auch, um Lehrkräfte dahingehend zu qualifizieren, mit ihren Schülern über Computerspiele zu sprechen und zu diesem Thema zu arbeiten.

Die Mitarbeiter des „Game Treffs“ gehen nicht als Jugendschutzauftrag an Schulen, sondern als Medienpädagogen für die Schüler. Hierbei befinden sie sich oft auch gegenüber der Eltern in Beratungssituationen.IMG_4725Stellen Eltern fest, dass ihr Kind zu viel spielt, heißt es heraus zu arbeiten, ob das Problem nicht vielleicht ganz woanders steckt. Denn häufig sei es so, dass ein neues Problem auftauche, sollte man das Game weg nehmen.

Der „Game Treff“ wird vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung veranstaltet. Seit dem Jahr 2008 gab es über 300 entsprechende Veranstaltungen.

Der „Game Treff“ im Landtag

Nachdem der Offene Kanal Schleswig-Holstein beim Bildungsausschuss bzgl. der Abhaltung eines „Game Treffs“ angefragt hatte, wurde ein Termin für Donnerstag den 13.06.2013 festgelegt.Für den Landtag wurde von dem Team des Offenen Kanals eine „Game Treff Spezial“ vorbereitet. In einer schnellen Fassung wollen Sie Eindrücke geben, informieren, aufklären und Fragen beantworten. Ab 12:30 Uhr konnten Interessierte also Computerspiele selbst ausprobieren sowie Fragen rund um dieses Thema stellen.

Folgende Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtags waren zugegen:
Tobias von Pein (SPD), Martin Habersaat (SPD), Kai Vogel (SPD), Kai Dolgner (SPD), Eka von Kalben (Grüne), Anke Erdmann (Grüne), Jette Waldinger Thiering (SSW), Sven Krumbeck (Piraten), Patrick Breyer (Piraten), Torge Schmidt (Piraten), Uli König (Piraten)

Bis kurz vor 14:00 Uhr wurden Spiele wie Crysis, Call of Duty, Trackmania, Plants vs Zombies, Kinekt und Playstation Move gespielt und Fragen gestellt. Ebenfalls fand ein reger Austausch statt.

Und mit Sicherheit konnte bei man dem/der einen oder anderen Abgeordneten eine gewisse Konzentration oder Begeisterung während des Spielens entdecken.

Computerspiele – Chance oder Risko?

IMG_4162Ich finde die Einrichtung des „Game Treffs“ höchst notwendig und sinnvoll, weshalb ich auch schon im Vorfeld bereits einmal selbst angeregt hatte, den „Game Treff“ in den Landtag kommen zu lassen.Anhand dieses Projekts kann viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Besonders wichtig finde ich hierbei, dass eben die Eltern oder Lehrer selbst spielen und ausprobieren können. So können sie sich ein eigenes Bild verschaffen, ihre Kinder bzw. Schüler verstehen lernen und bestenfalls sogar ihre Vorurteile gegenüber des Spielens verwerfen.Es handelt sich bei Computerspielen nämlich um eine Kunstform, welche in der Öffentlichkeit nicht immer richtig wahrgenommen wird und häufig auch zu unrecht als eine mögliche Ursache für gewaltätige Auseinandersetzungen gilt. Das Maß der Gewaltbereitschaft ist jedoch viel eher ein Indiz für Unzufriedenheit und soziale Ungerechtigkeit. Insofern sind die wirklichen Zusammenhänge eher in mangelnder Aufmerksamkeit, bei Problemen in der Gemeinschaftsfindung oder schlicht beim „Mobbing“ zu suchen.

Aufgrund dieses Missverständnisses und insbesondere wegen der teilweise überholten Form unseres Jungendschutzes, wird in den öffentlichen Diskussionen leider häufig auch ein Verbot von Computerspielen gefordert – inbesondere aus dem Genre der „Egoshooter“. Derartige Verbote tragen jedoch nicht zur Lösung der wirklichen Probleme bei, da die eigentlichen Gründe ignoriert werden. Vielmehr müssen Lösungen für die Problemfelder der sozialen Ausgrenzung, der Diskriminierung und der Perspektivlosigkeit gefunden sowie die jeweilige Individualität des Einzelnen gefördert werden.

IMG_4730Wie bei vielen Dingen muss sich jeder seiner eigenen Verantwortung bewusst sein. Insbesondere müssen unsere Kinder und Jugendliche umfassend und zielgruppenrecht über den Einzug von „Computern“ in unser Leben und den damit verbunden Möglichkeiten informiert werden. Ein sachlicher und offener Umgang mit dem Thema muss hierfür auch in Form umfangreicher Aufklärung in Schulen und Freizeiteinrichtungen stattfinden, wo die „Computerspiele“ als ergänzender Sport zu begreifen sind und nicht als Fluchtraum, um sich von den Problemen der Realität zurückzuziehen. Hierbei sind auch die Kompetenzen zu prägen, um sich die Vorteile aus Computerspielen zu eigen zu machen, anstatt diese nur als gefährlich einzustufen oder dabei sogar zensurähnliche Einschränkungen vorzunehmen.

Dies kann jedoch nur dann gelingen, wenn sich die „Erwachsenen“, hier insbesondere die Erziehungsberechtigten und Bildungseinrichtungen, mit den Computerspielen ernsthaft auseinandersetzen und so überhaupt erst den Grundstein für einen verantwortungsvollen und zeitgemäßen Umgang mit Computerspielen legen.

Viele Millionen Deutsche oder Menschen auf der ganzen Welt nutzen Computerspiele in ihrer Freizeit und sind hierbei gesellschaftlich voll integrierte und friedvoll lebende Mitbürger. Diesen Leuten darf nicht pauschal ein Potenzial zur Gewaltbereitschaft unterstellt werden, nur weil wir an den Stellen der sozialen Verantwortung versagen.

Auch ich bin ein Spieler und das ist gut so.

 

Im Anhand findet ihr eine Liste, aller Computerspiele, aus welcher der „Game Treff“ eine Auswahl für die jeweiligen Veranstaltungen trifft.

6 Comments

  1. Jan / Gehirnfussel

    19. Juni 2013 - 13:53

    Seid ihr des Wahnsinns solche Killerspiele wie »Peggle« und »Plants VS Zombies« den armen Seelen dieser Menschen anzutun?

  2. Daniela

    19. Juni 2013 - 15:17

    Ja, mich ärgert die Aussage der Merkel. Aber was noch viel dusseliger ist, sind die Aussagen von Mitgliedern anderer Parteien zu dem Thema. Wenn ich schon Seiten wie diese sehe, denke ich nicht, dass alle Parteien so fit mit dem Internet sind … http://www.grueneploen.de/index.php/site-administrator/preetz

  3. Enrico Kalkbrenner

    20. Juni 2013 - 01:44

    Prima Aktion und auch nette Initiative vom Offenen Kanal. Sollte weiter gefördert werden.

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