Sven Krumbeck Blog

Rede zum Gedenkstättenkonzept „Neulandhalle“

 

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Ministerin! Wir PIRA-TEN freuen uns über die grundsätzlich gemeinsame Haltung in der Sache und darüber, dass das Projekt Ladelund nun vorankommt. Dennoch: „Im Leben fängt man dann und wann wieder mal von vorne an.“ Diese kluge Lebensweisheit stammt von Wilhelm Busch. Das mag die Kulturministerin nicht trösten; denn nun muss sie auch ihr Gedenkstättenkonzept neu überdenken.

Ich muss gestehen, dass mich ihr Konzept ohnehin nicht gänzlich überzeugen konnte, weil ich darin kein konkretes Konzept habe erkennen können: Ja, sie hatte mal Ziele definiert, wie die Museumspläne für die Neulandhalle im Mittelpunkt unserer Gedenkstättenlandschaft, jedenfalls was die Kosten angeht. Konkrete Mittel und Wege, wie das Ziel erreicht werden sollte, fehlten jedoch oder waren so wenig überzeugend, sodass nun wieder alles auf Neustart steht.

Das muss nicht schlecht sein; denn es gab wegen der Pläne für die Neulandhalle durchaus auch Kritik. Vor allem die kleineren Gedenkstätten fürchteten, vergessen zu werden. Und was schlecht für die Neulandhalle-Pläne ist, kann nun gut für die anderen, schon bestehenden und wertvollen Gedenkstätten sein, die vornehmlich vom Ehrenamt getragen werden.

Dass das gewünschte Geld vom Bund für die Neulandhalle nicht kommt, liegt aber offensichtlich auch an handwerklichen Mängeln in der Vorbereitung der Antragstellung. Die für das Konzept notwendige umfassende Ist-Analyse war offenbar nicht wirklichkeitsnah genug. Das ist übrigens ein Eindruck, den ich auch selbst gewonnen habe, als ich die Halle besucht habe. Ich kann das also nachvollziehen. Allerdings habe ich jetzt die Sorge, dass wir mit der Neulandhalle auch die letzte Zukunftsperspektive für Friedrichskoog verlieren, nachdem man dort gestern den Hafen dichtgemacht hat. Darüber müssen wir wirklich reden.

Die Neulandhalle als organisatorische Trägerplattform mit Steuerungsfunktion, wie es am 22. Februar 2014 im „Hamburger Abendblatt“ umrissen wird, ist jedenfalls insofern raus aus dem Rennen, und die Regierung steht – die Ministerin möge es mir verzeihen, aber ihr Bericht von heute sagt das leider sehr deutlich – im Moment ohne Hosen da. Das muss nicht so bleiben, aber dann braucht es Alternativpläne.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich freue mich nicht über diese Entwicklung, denn die Gedenkstättenarbeit hat so weiter Zeit verloren. Lassen Sie uns gemeinsam daran mitwirken, dass nun nicht auch noch die Motivation der Zeit folgt. Ich freue mich über eine konstruktive Beratung im Ausschuss und über ein bisschen mehr Output als heute. – Vielen Dank.

(Beifall PIRATEN)

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