Sven Krumbeck Blog

Aktuelle Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein

Kleine Anfrage

des Abgeordneten Sven Krumbeck (PIRATEN)

und
Antwort
der Landesregierung – Ministerin für Schule und Berufsbildung

Aktuelle Unterrichtssituation in Schleswig-Holstein

1. Wie definiert die Landesregierung 100% Unterrichtsversorgung?

Antwort:
Eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung liegt vor, wenn der in den Kontingentstundentafeln vorgesehene Unterricht mit den zur Verfügung gestellten Ressourcen geleistet werden kann.

2. Wie viel Unterricht entsprechend der unter 1) genannten Definition findet im laufenden Schuljahr in Schleswig-Holstein statt?
Es wird darum gebeten, in der Beantwortung der Frage nach
a) strukturellem Defizit und
b) Unterrichtsausfall zu unterscheiden und die Frage aufgeschlüsselt nach Kreisen und Schularten zu beantworten.

Antwort:
a) Das Statistikamt hat bislang die Schülerzahlen des Schuljahres 2014/15 für die allgemeinbildenden Schulen veröffentlicht, für die berufsbildenden Schulen liegen vorläufige Schülerzahlen vor.

Nach den vom Statistikamt veröffentlichten Schülerzahlen für das Schuljahr 2014/15 fällt die Schülerzahl der allgemeinbildenden Schulen um rd. 2.000 Schülerinnen und Schüler höher aus als nach der im letzten „Bericht zur Unterrichtssituation im Schul- jahr 2013/14“ veröffentlichten Prognose für das Schuljahr 2014/15. Grund dafür sind vor allem die stark gestiegenen Flüchtlingszahlen. Daher stellt sich das strukturelle Defizit wie folgt dar:

SchulartStundentafel erfüllt abzüglich des strukturellen Defizits (gerundet)
schulamtsgebundene Schularten97%
Förderzentren93%
Gymnasien97%
Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe97%
Berufsbildende Schulen91%

* Da im schulamtsgebundenen Bereich auch Stellen für schulartübergreifende Aufgaben (z.B. Deutsch als Zweitsprache) an die Schulämter verteilt werden, ist die Stellendifferenz bezogen auf das Planstellenzuweisungsverfahren (PZV) für den schulamtsgebundenen Bereich insgesamt (Grundschulen, Regionalschulen, Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe) angegeben.

b) Das bisherige System zur Erfassung von Unterrichtsausfall ODIS hat die Realität nur unzureichend abgebildet. Deshalb gibt es mit PUSH (Portal zur Unterrichtserfassung in Schleswig-Holstein) ein neues System, das seit Oktober 2014 in zweijähriger Testphase an allen Schulen läuft. Derzeit wird gemeinsam mit den Schulen an der Plausibilität der Eingabeergebnisse, inhaltlichen (z.B. Bezeichnung der Abfragemerkmale) und technischen Nachbesserungen gearbeitet. Aus diesen Gründen stehen die gewünschten Daten noch nicht zur Verfügung.

3. Welche Ersatzmaßnahmen für ausfallenden Unterricht (z.B. EVA) erkennt die Landesregierung als vollwertigen Unterricht an und in welchem Umfang werden diese erteilt?
Es wird darum gebeten, die Frage aufgeschlüsselt nach Kreisen und Schularten zu beantworten.

Antwort:
Die Schulen in Schleswig-Holstein verfügen über unterschiedliche Vertretungskonzepte zur Vermeidung von Unterrichtsausfall. In diesem Rahmen werden Unterrichtsstunden, die auszufallen drohen, in der Regel durch Vertretungsunterricht oder organisatorische Maßnahmen aufgefangen. Dazu gehören

  •   Vertretungsunterricht durch Lehrkräfte der Schule
  •   Vertretungsunterricht durch andere Lehrkräfte; z.B. befristet aus Mitteln des Ver-tretungsfonds eingestellte Lehrkräfte
  •   Zusammenlegung/Aufteilung von Lerngruppen
  •   Temporäre Aufhebung von Doppelbesetzung, Förder-/Wahlunterricht
  •   Selbständige Schülerarbeit (EVA)Der Landesregierung ist bewusst, dass die genannten Maßnahmen unterschiedliche Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität haben. Deshalb soll mit dem derzeit in der Testphase befindlichen Erfassungssystem PUSH auch die Art der ergriffenen Maßnahmen erfasst werden. Im Übrigen siehe Antwort auf Frage 2b).

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