Sven Krumbeck Blog

Viel heiße Luft in Schultüten – Ministerin Ernst bleibt in vielen Fragen vage

Zur Pressekonferenz der Schulministerin Ernst in Kiel sagt der
bildungspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck:

„Britta Ernst hat viel für die Atmosphäre in den Schulen und in der
schulpolitischen Diskussion getan. Das Vertrauen, das ihre
Amtsvorgängerin durch Besserwisserei und übereilte Individualkreativität
in der Schulpolitik zerstört hat, gewinnt sie Stück für Stück zurück.
Das ist gut so!“

Allerdings ist durch Sozialkompetenz nicht alles zu ersetzen, was an
Ressourcen oder handwerklichen Feinschliff in der Landesregierung für
die Schulen fehlt.

Wer einerseits auf die unbestrittenen Leistungen der Landesregierung im
Hinblick auf Flüchtlingskinder in Schulen verweise, müsse auch dafür
sorgen, dass die zusätzlichen Schulkinder auch mehr Ressourcen in den
Regelschulen erfordern, als bisher geplant seien. „Ausdrücklich dankbar
sind wir Piraten für die Aussage der Ministerin, dass Flüchtlingskinder
für uns Schülerinnen und Schüler an schleswig-holsteinischen Schulen
sind. Damit ist jede Diskussion über ein Aussetzen der Schulpflicht vom
Tisch“, so Krumbeck.

Besorgt seien Piraten allerdings, wenn es um die Lehrerversorgung an
Förderzentren gehe. „Wir wissen, dass sogenannte Pädagogische Hilfen
einen Großteil des Unterrichts dort übernehmen. Ihre Perspektiven sind
nach wie vor ungeklärt“, kritisierte Sven Krumbeck die Lage in den
Förderzentren. Diese seien viel zu lange von der Zuweisung zusätzlicher
Lehrerstellen ausgenommen gewesen. Dass die Bildungsministerin im Ernst
die Forderung nach Doppelbesetzungen für „nicht erforderlich“ hält und
diese mit dem Hinweis auf schulische Assistenz ausdrücklich von sich
weist, mache unruhig.

„Keine schulische Assistenz kann eine qualifizierte Lehrkraft ersetzen“,
so Krumbeck.

Bilanz der Auftaktpressekonferenz zum nächsten Schuljahr: Ministerin
Ernst hat an eigenen Ideen außer der Jugendberufsagentur wenig zu
bieten. Sie weiß um die schlechte Unterrichtsversorgung, hat aber noch
kein echtes Rezept dagegen, vor allem vor dem Hintergrund dass die
zusätzlichen 600 Grundschulkinder besondere pädagogische Aufgaben für
die Lehrer bedeuten, die schon jetzt den Alltagsanforderungen kaum
gewachsen sind. Reine Statistik beleuchtet nicht die Aufgabenvielfalt,
die Lehrer zu bewältigen haben.

„Besonders bedrückend ist, dass die Grundschullehrer von der
Besoldungsreform ausgeschlossen bleiben, obwohl sie einen Großteil der
Zukunftsaufgaben – erhöhte Integrationsquote und Beschulung der
Flüchtlingskinder – zu schultern haben“, meldet Sven Krumbeck Kritik bei
der Lehrerbesoldung an. Das werde zu Unruhe bei den Lehrkräften führen.

„Dankbar bin ich der Ministerin hingegen für ihre „innere
Prioritätensetzung“, nach der die Unterrichtsversorgung Schwerpunkt des
Regierungshandeln sein soll. Die hohe Zahl an Schülern ohne
Schulabschluss, die diese Regierung bisher nicht senken konnte oder der
Schul-TÜV, den die Ministerin so unbedingt will, zeigen, dass hier viel
zu tun ist“, so Krumbeck, Ein Schul-TÜV macht nur Sinn, wenn alle
Schüler an jeder Schule – ob in der Stadt, am wohlhabenden Hamburger
Rand oder in einem strukturschwachen Gebiet – annähernd 100% gleich
guten Unterricht bekommen. Von dieser Voraussetzung ist diese Regierung
noch weit entfernt.

Ansprechpartner:
Sven Krumbeck, MdL, Tel: +49 431 988 1639

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