Sven Krumbeck Blog

Besuch der Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule

Heute habe ich die Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule in Bad Schwartau besucht. Die ESG ist eine der Preisträgerschulen des Wettbewerbs „Lernen mit digitalen Medien“ und gehört zu den Modellschulen „Digitales Lernen“ des Landes Schleswig-Holstein. Aus diesem Grund wollte ich mir das Medienkonzept der Schule einmal mit eigenen Augen anschauen, gucken, wie man das im Unterricht umsetzt und mir ein Bild der bisher gesammelten Erfahrungen machen. Nachdem ich eine zehnte Klasse eine Stunde lang im Unterricht begleiten durfte, habe ich mich zusammen mit Schulleiter Torsten Hardt und zwei Lehrerinnen aus der Fachschaft Informatik und digitales Lernen zusammengesetzt und über das Medienkonzept der Schule und ihren bisherigen Erfahrungen mit dem Einsatz von neuen Medien im Unterricht gesprochen.

12086965_998279276902449_1360229334_nSo arbeiten die Schülerinnen und Schüler der ESG seit kurzem, denn vor ungefähr vier Wochen hat die Schule von dem Preisgeld des Wettbewerbs „Lernen mit digitalen Medien“ zwei Klassensätze iPads gekauft. Diese zehnte Klasse behandelt im Fach Biologie gerade das Thema „DNA“. Sie sitzen an Gruppentischen zusammen, bauen DNA-Modelle mit Gummibärchen nach und haben zwischen ihren Zetteln und Büchern ihre Tablets liegen. Es soll mit Hilfe des „Book Creator“ ein Buch über die Inhalte der vorherigen Biologiestunden erstellt und anschließend präsentiert werden. Es ist nicht anders als in anderen Schulklassen auch, die Schülerinnen und Schüler planen die Arbeit, schreiben Texte für das Buch, streiten sich darum, wer was zu tun hat, suchen hier und da im Internet nach Fotos, die sie in ihr Projekt einbauen können oder googlen nach bestimmten Begriffen. Auf dem Arbeitsblatt sind außerdem zwei QR-Codes abgebildet. Diese müssen die Jugendlichen bloß mit ihrem iPad einscannen und gelangen auf eine, von der Lehrerin ausgesuchte Website mit Aufgaben passend zum Thema. Eine Viertelstunde vor Unterrichtsschluss bittet Frau Nickel ihre Klasse darum, die Gerätebildschirme zu sperren, denn eine Gruppe hat ihr digitales Buch via Beamer an die Wand geworfen, um ihre bisherigen Arbeitsergebnisse vorzustellen. Ende der Stunde sammelt die Lehrerin die Geräte wieder ein, das Erarbeitete wird der Lehrerin zugeschickt.

Anfangs war die ESG sehr schlecht ausgestattet, es gab nur wenige, die sich für das Wahlpflichtfach Informatik angemeldet hatten und ein Großteil der Schülerschaft hatte kaum Ahnung von digitalen Medien. Man beschloss, an der Situation etwas zu verändern und etwas zu schaffen, das die gesamte Schule vernetzen soll. Aus der Fachschaft Informatik wurde die Fachschaft Informatik und digitales Lernen, in der sich vier Lehrkräfte, darunter auch Frau Nickel, zusammenfanden, um über ein Medienkonzept zu beraten. Medienkonzept der ESGMedienkonzept der ESGDas Ziel sei es, so Frau Thieß – Lehrerin und ebenfalls Teil der Fachschaft -, die Schülerinnen und Schüler langsam an die digitalen Medien heranzuführen, sodass sie ab der neunten Klasse in der Lage sind, eigenständig mit ihnen zu arbeiten und ihre Arbeit zu präsentieren. Als ersten Schritt hat die Schule nun sogenannte iPad-Boxen angeschafft. Diese bestehen pro Klassensatz aus 25 Geräten mit integrierter Ladestation und einem Portable Access Point. Da es allerdings an den finanziellen Mitteln mangelt, um die gesamte Schülerschaft mit Tablets auszustatten, setzt die Fachschaft im zweiten Schritt auf das Bring-Your-Own-Device(BYOD)-Modell. Mit diesem Projekt soll in ein paar Monaten gestartet werden. Des Weiteren wolle man weg von den Kreidetafeln, hin zu Active-Whiteboards und fest installierten Beamern.
Zwei große Probleme bremsen allerdings den Fortschritt ein wenig: Zum einen verfügt die Schule über kein W-LAN, das das gesamte Gelände abdeckt und zum anderen haben sie bisher noch keine brauchbare Plattform gefunden, auf der sie ein virtuelles Lehrerzimmer einrichten, Materialien austauschen und mit den Schülerinnen und Schülern kommunizieren können. Man habe inzwischen schon einige Plattformen ausprobiert, jedoch seien viele zu unverständlich für ‚Neulinge‘ in Bezug auf digitale Medien oder datenschutzrechtlich nicht einwandfrei, so Thieß. Schulleiter Torsten Hardt würde sich eine landesweit einheitliche Lösung wünschen. Auch bezüglich der Administration müsse sich etwas ändern. Momentan würden sich noch einige Lehrkräfte darum kümmern, jedoch ist dies, so Schulleiter Hardt, eine kommunale Angelegenheit.

iPad-BoxUmgangsregeln mit den iPads12166753_998279560235754_821058249_n Alles in allem habe die Schule bisher viele positive Erfahrungen mit den iPads im Unterricht sammeln können. Das Kollegium – ob jung, ob alt – sei sehr engagiert und viele würden versuchen, die digitalen Medien so gut es geht in den Unterricht einzubeziehen. Es gebe allerdings keine Musterlösungen für die einzelnen Fächer, die Lehrkräfte müssten sich selber damit auseinandersetzen und „die Apps für sich und ihr Fach nützlich machen“, so Hardt. Es war ein schöner Schulbesuch und sehr interessant, die Schülerinnen und Schüler beim Arbeiten mit Tablets zu sehen und man kann klar erkennen, dass die iPads inzwischen als Arbeitsinstrument angekommen sind und nicht nur noch als Spielkonsole gesehen werden.

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