Sven Krumbeck Blog

Rede zur Initiative „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ in Schleswig-Holstein

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ich danke den Koalitionsfraktionen für diesen Antrag, denn ich mache heute einmal etwas Neues und lobe zunächst die Bundesregierung für dieses Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.

(Olaf Schulze [SPD]: Hey!)

Alle hier im Haus werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass jede Initiative für Kultur und Bildung, jede Anregung, jeder Impuls in diesem Bereich zu begrüßen ist. Jedes Kind und jeder Jugendliche soll die bestmöglichen Bildungschancen erhalten, unabhängig von der sozialen Herkunft – ein unstrittiges Ziel.

Ich lobe die Bundesregierung in Person der Bundesministerin Johanna Wanka aber auch, weil sie etwas getan hat, was diese Regierung leider viel zu selten und wenn, dann meist nur auf den Druck Dritter macht: Sie hat einen Zwischenbericht vorgelegt, in dem die Initiative evaluiert wird, und sie hat diesen Zwischenbericht öffentlich gemacht ganz so, wie sich das gehört. Das hat sie sehr gut gemacht, danke dafür. Die ordentliche Arbeit der Bundesministerin muss hier natürlich nicht alleine stehen. Darum danke ich an dieser Stelle auch Ministerin Spoorendonk für ihren Bericht.

Zur Sache: Das Programm hat verschiedene Komponenten. Zum einen sollen auf lokaler Ebene Bündnisse belebt und nachhaltig abgesichert werden. Dabei sollen auch und vor allem bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche als Zielgruppe verstanden werden. Es sollen Maßnahmen der kulturellen Bildung umgesetzt werden, und es soll und es muss die Frage beantwortet werden, inwieweit es sich bei diesen Projekten um nachhaltige Initiativen handelt. Durch monatliches Datenmonitoring, Fachgespräche, Online-Befragungen und Fallstudien wurde ein Zwischenstand ermittelt. Demnach sind im Berichtszeitraum in Schleswig-Holstein elf bis 50 Maßnahmen durchgeführt worden. Das ist beachtlich, gar keine Frage. Damit liegt unser Land gut im Rennen, auch wenn wir feststellen, dass zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern noch besser ist. Ein entscheidender Faktor ist, dass es funktionierende Verbandsstrukturen der Programmpartner in der Fläche gibt, wenn es darum geht, die Bündnisse für Bildung zu mobilisieren. Auch wenn wir offenbar zufrieden sein können, ist da noch Luft nach oben, was uns Hinweise auf die Förderung unserer Vereine und Verbände insgesamt geben kann.

Es zeigt sich auch, dass Bündnispartner in der Regel lokal im Sozialraum der Zielgruppe verankert sind. Das ist in einem Flächenland wie Schleswig- Holstein besonders bedeutend. Neben den Vereinen sind die Schulen allgemein besonders engagiert. Das hatte ich erwartet. Nicht umsonst hatte ich vor einiger Zeit in einer Kleinen Anfrage nachgefragt, was unsere Regierung mit der Beschlusslage macht, die wir zum Thema kulturelle Bildung im Bildungsausschuss gefasst haben. Gerade in der Schule – hier geht es mir um die musischen und kulturellen Fächer, die auch mein Kollege Sönnichsen schon erwähnt hat – besteht noch Nachhol- und Verbesserungsbedarf. Aber ich werde dranbleiben, weil mir das Ziel der Nachhaltigkeit besonders wichtig erscheint. Ich möchte weg von kurzatmigen, öffentlichkeitswirksamen Aktionen hin zu verstetigten Strukturen.

(Beifall PIRATEN)

Das ist Aufgabe der Politik und kein alleiniger Fall für das Ehrenamt. Auch das sagt der Zwischenbericht. Denn nur so schaffen wir es, viele Kinder und Jugendliche einzubeziehen. Das ist wichtig, weil Schleswig-Holstein bei dem Wert deutlich unter dem Bundesschnitt liegt. Das will heißen: In unserem Land beteiligen sich deutlich weniger Kinder und Jugendliche an den Maßnahmen als in anderen Ländern. Das ist ein Punkt, den ich gern vertiefen möchte. Es gibt also auch nach der heutigen Debatte noch viel im Ausschuss dazu zu hinterfragen. Ich freue mich darauf. – Vielen Dank.

(Beifall PIRATEN)

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