Sven Krumbeck Blog

Besuch der Emil-Nolde-Schule

Heute habe ich meine Schultour durchs Land fortgesetzt. Die Emil-Nolde-Schule in Bargteheide ist eine von drei Grundschulen, die beim Wettbewerb „Lernen mit Digitalen Medien“ gewonnen haben.

Das Medienkonzept der Schule beschränkt sich nicht nur auf die Neuen Medien, sondern beinhaltet Medien im Allgemeinen, so wie Plakate, Bücher und eben auch White Boards, PCs und so weiter. Dabei wird die Arbeit mit den Digitalen Medien als Ergänzung des Unterrichts angesehen, als „Plus“, das im Regelunterricht hinzu kommt und nicht als Ersatz für die „alten Medien“, wie Tafeln oder Lernbücher.

IMG_20151123_103502Die Emil-Nolde-Schule war bis vor einigen Jahren noch eine Grund- und Hauptschule. Im Hauptschulbereich hat man damals schon einen besonderen Fokus auf die Arbeit mit Computern und der Vermittlung von Medienkompetenz gelegt. Daher war die Schule in der Hinsicht bereits im Vorfeld gut ausgestattet. Als die Hauptschule weggefallen ist und auch andere Grundschulen im Umfeld anfingen, eigene pädagogische Konzepte zu entwickeln, beschloss die Schule, in schülerunsicheren Zeiten, ihr pädagogisches Konzept auf die Arbeit mit Medien auszulegen. Der Grundstein dafür war bereits gelegt: in vielen Klassenräumen befanden sich schon damals White Boards, außerdem existierten bereits Computerräume. Inzwischen hat die Schule aufgerüstet, sodass nun jeder Raum über White Board und Kreidetafel verfügt. Des Weiteren gibt es derzeit zwei Räume mit Stand-PCs, schuleigenes W-LAN und einen Glasfaseranschluss.

Das Medienkonzept gliedert sich in drei Säulen. Zum Einen wird im Fachunterricht mit den verschiedensten Medien, wie beispielsweise den Smartboards, den PC-Räumen und der Bibliothek gearbeitet. „In den Fächern werden die erlernten Fähigkeiten der Medienstunden systematisch, z.B. bei der Vorbereitung von Referaten, Plakaten und bei der Erstellung von Projektarbeiten angewandt. Lern-Software der Fachbücher und entsprechende Smartboardsoftware stehen für alle Fachbereiche zur Verfügung. Zusätzlich ergänzen Lernplattformen die Übungsphasen“, so heißt es im Medienkonzept.
Eine andere Säule stellen die eben erwähnten Medienstunden dar. Dies sind im Stundenplan festgelegte Stunden mit Doppelbesetzung im PC-Raum. Dabei wird sehr genau auf den wohl dosierten Einsatz der Digitalen Medien geachtet; die Medienstunden finden beispielsweise nur ein Mal pro Woche statt. Ergänzend dazu hat jede Schülerin und jeder Schüler seinen bzw. ihren persönlichen Medienpass, der die Fortschritte jedes Kindes in den Rubriken Hardware, Betriebsprogramme, Lernsoftware, Texte, Zeichenprogramme, Internet-ABC und neuerdings auch Lego am PC dokumentiert. Ab der dritten Klasse werden die Kinder auch über Gefahren und (Verhaltens-)Regeln im Internet aufgeklärt. Die erlernten Kompetenzen werden dabei lediglich abgehakt; Klassenarbeiten oder Tests gibt es in dem Fach nicht.IMG_20151123_102817
Die dritte Säule bilden die Projekte der Schule, wie ZiSch (Zeitung in der Schule), die Schülerzeitung, die Hörspiel AG, Geocaching, Lernkompetenztage und Lego am PC. Vor vier Jahren startete die Schule ihr Projekt „Programmieren für Kinder“ zunächst als AG. Inzwischen wurde es auf die gesamte Schule ausgeweitet. Seit kurzem wird in diesem Rahmen mit „LEGO-WeDo®“ gearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler bekommen immer in Pärchen einen Baukasten und müssen die Figur anhand einer Anleitung zusammenbauen. Mit der dazugehörigen Software befindet sich dann plötzlich ein Lego-Männchen auf seinem Schiff in einem schweren Sturm. Aus vorprogrammierten Befehlen können die Kinder dann ein Szenario darstellen. So hört man beispielsweise das aufziehende Gewitter, dann schaukelt das Schiff (betrieben durch einen kleinen Motor) ein paar Mal hin und her, als befände es sich bei schwerem Seegang auf offenem Meer. Die Kinder arbeiten wahnsinnig engagiert und begeistert an diesem Projekt und lernen so bereits in der Grundschule Grundlagen, die ihnen ein Leben lang von Nutzen sein können.IMG_20151123_103642

„Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Kinder nicht im Internet unterwegs sind“, sagte Schulleiterin Gisela Blankenburg. Daher sei es zwingend notwendig bereits in der Grundschule mit Medienbildung anzufangen. Allerdings musste man auch erst einmal die Eltern davon überzeugen. „Nicht wir bringen die Medien in die Elternhäuser“, so der Lehrer Herr Bröcker, „sie sind bereits dort.“ Auch müsse man die Eltern für die Gefahren im Netz sensibilisieren und sie dazu anregen, sich mit der Mediennutzung ihrer Kinder auseinanderzusetzen.

Es war ein sehr spannender Besuch und sehr interessant, miterleben zu dürfen, wie Medienpädagogik an Grundschulen funktioniert.

Das Medienkonzept der Schule, den Medienpass für die Schülerinnen und Schüler und vieles mehr sind auf der Website der Schule zu finden:
Emil-Nolde-Schule

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