Sven Krumbeck Blog

Rede zum Thema „Integration von Flüchtlingskindern ins Schulsystem“

111. Sitzung 
Mittwoch, 17. Februar 2016

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Für den vorgelegten Bericht danke ich der Bildungsministerin und ihrem Haus ausdrücklich Wir wissen aus den zurückliegenden Sitzungen aller beteiligten Ausschüsse, dass hier eine Menge an Koordinierungsarbeit zu leisten ist und die Entwicklung hinsichtlich Daten und Fakten oft schneller ist, als man es aufschreiben kann.

Wer die Flüchtlingspolitik kritisiert, der wird doch, wenn es um die schulpflichtigen Kinder geht, feststellen können, dass die Landesregierung hier schnell reagiert hat. Sie hat hier versucht, möglichst viel richtig zu machen und angemessen zu erledigen. Das möchte ich grundsätzlich für den Bereich der Schulpolitik feststellen. Dafür danke ich auch ausdrücklich.

(Beifall PIRATEN, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Jette Waldinger-Thiering [SSW])

Darum unterstelle ich auch bei allem, was ich im vorgelegten Bericht lese, zunächst großes Bemühen und politisches Engagement. Dennoch kann der Bericht nicht wirklich zufriedenstellend sein, weil er nur dokumentiert, was auf geduldigem Papier gut funktioniert, was aber bei genauem Hinsehen leider der Realität in den Schulen nicht standhält.

Wir üben den Spagat zwischen dem politisch Möglichen und dem realpolitisch Besten, und da kommen wir noch immer nicht zusammen. Seit 2012 wurden 84 DaZ-Zentren eingerichtet und stufenweise ausgebaut. Der Bericht zeigt auf, dass sich durch den massiven Flüchtlingsstrom allerdings die Zielgruppe und damit der Anspruch an diese Zentren geändert haben. Im September hat der NDR in Schleswig-Holstein einen praxisnahen Bericht, einen Bericht aus dem Schulalltag, gezeigt. Dabei wurde auch das Bemühen der Landesregierung unter der Fragestellung: „Alles gut?“, beleuchtet.

Der schulische Alltag beginnt in den Sekretariaten, in denen überraschend immer mal wieder Schülerinnen und Schüler ankommen, die auf die Schulen nicht vorbereitet werden konnten. Die Kinder sind natürlich nicht an unseren Schulalltag gewöhnt. Sie sprechen gar kein Deutsch, sind traumatisiert oder nachhaltig verunsichert. In den DaZ-Klassen sitzen so nicht selten 28 oder 30 Kinder, ursprünglich sollten es 12 sein.

Managen sollten das alles die Lehrkräfte, die inzwischen eine Rarität auf dem Arbeitsmarkt sind. Denn auch das wissen wir: Die zusätzlich von der Regierung zur Verfügung gestellten Stellen werden zwar ausgeschrieben, können dann aber nicht besetzt werden, weil das qualifizierte Personal bundesweit gesucht wird. Eine unbesetzte Stelle dient dann vielleicht der Profilierung der Regierung, hilft aber den Schulen nicht. Sie müssen improvisieren. Da werden eben Klassen geteilt und der Unterricht in Teilen von Schülern mit übernommen.

Auf Seite 10 des Berichtes finden wir die Hinweise auf flexible Lösungen und die Leistungen der Wohlfahrtsverbände. Es ist zwar gut, dass hier viele zusammenarbeiten, nur mit diesen vielen müssen wir im Gespräch bleiben, auch wenn es um den heute vorgelegten CDU-Antrag geht. Den finde ich in der Sache gut. Darum signalisiere ich hier schon einmal Unterstützung und freue mich auf die Ausschussberatung. – Vielen Dank.

(Beifall PIRATEN)

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