Sven Krumbeck Blog

Kleine Anfrage zur Umsetzung des Inklusionskonzeptes

Kleine Anfrage
des Abgeordneten Sven Krumbeck (PIRATEN)
und
Antwort der Landesregierung – Ministerin für Schule und Berufsbildung

 

Umsetzung des Inklusionskonzepts

Vorbemerkung des Fragestellers:
In ihrem Bericht zur Umsetzung von Inklusion an Schulen (Drs. 18/2065) verweist die
Landesregierung auf verschiedene bildungspolitische Schwerpunkte im Rahmen von
Inklusion an Schulen.

1. Wann hat die Landesregierung die ‚Fortbildungsinitiative‘ für den Umgang mit
Heterogenität und besonderen Förderbedarfen gestartet?
Wie viele Lehrkräfte haben seit dem Start an dieser Initiative teilgenommen?

Es wird darum gebeten, die Frage aufgeschlüsselt nach Jahren, Teilnehmerzahlen und Inhalten/Themen zu beantworten.

Antwort:
Der Bilanz des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) für das Jahr 2013 ist zu entnehmen, dass die Inklusion als „roter Faden“ der in diesem Jahr gestarteten Fortbildungsinitiative angesehen werden kann. Dabei wird Inklusion im umfassenden Sinne verstanden als Pädagogik der Vielfalt und individuelle Förderung, Verbesserung von Bildungschancen und Verhinderung von Bildungsarmut. Als „roter Faden“ durchziehen Veranstaltungen zu diesen Themen alle
Bereiche der Fortbildungsangebote. Zudem wurde die schulinterne Lehrerfortbildung intensiviert, um Impulse im Alltagshandeln der Schulen verankern und so noch mehr Nachhaltigkeit der Angebote gewährleisten zu können. Ergänzt wird dieser Akzent
durch fünf Schwerpunktprojekte:

  • Niemanden zurück lassen: Lesen macht stark und Mathe macht stark (inklusive Ausweitung auf die Grundschulen)
  • SINUS – Grundschule sowie Sekundarstufe I und II der allgemein bildenden Schulen
  • Stärkung des Fachunterrichtes durch Didaktisches Training für alle Schularten
  • Stärkung der Erziehungsarbeit in der Schule
  • Qualität sichern und entwickeln: Interne Evaluation und Arbeitsplanung

Daneben wurden folgende Vorhaben fortgeführt:

  • Angebote der Beratungsstelle Inklusive Schule
  • Führungskräftequalifizierung
  • Unterstützung für die Eingangsphase an Grundschulen
  • Zukunftsschule.SH (in der Weiterentwicklung zu einer Akzentuierung der Fachfortbildung)
  • Begabtenförderung
  • Angebote der Serviceagentur Ganztägig lernen
  • „Von der Praxis anderer Schulen lernen“ – Hospitationsschulen
  • Angebote im Themenfeld Gesunde Schule
  • Weiterbildungsmaßnahmen
  • Anerkennung außerschulischer Lehrerfortbildung
  • Angebote für Eltern und Elternvertretungen

Ausführliche Informationen über die Vorhaben und Projekte finden sich unter www.iqsh.de und im Fortbildungsverzeichnis www.iqsh.de/formix.

Die Anzahl der Veranstaltungen und der teilnehmenden Lehrkräfte in den Jahren 2013 und 2014 ist den nachfolgenden Übersichten zu entnehmen. Für 2015 liegt noch keine Auswertung der Daten vor, da der Erhebungsrhythmus von Kalenderjahren auf Schuljahre umgestellt wurde und das Schuljahr 2015/16 gerade erst zu Ende gegangen ist.

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2. Seit wann laufen die Zertifikationskurse für Tandems aus Regelschulen und Lehrkräften der Sonderpädagogik?
Wie viele Lehrkräfte haben seitdem teilgenommen?

Es wird darum gebeten, die Frage aufgeschlüsselt nach Jahren, Teilnehmerzahlen und Inhalten/Themen zu beantworten.

Antwort:
Zertifikats- und Weiterqualifizierungskurse, Kurse für Fachkonferenzleitungen sowie Weiterbildungsmaßnahmen werden zum Teil im Tandem durchgeführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die als Tandem fortgebildet werden, werden nicht gesondert erfasst. Die Teilnehmerzahlen sind daher als nicht genauer zu beziffernder Teil den Übersichten in der Antwort zu Frage 1 zu entnehmen.

3. Seit wann bietet die Beratungsstelle Inklusive Schule (BIS) ihre Dienste an?
Wie viele Lehrkräfte haben seitdem diese Dienste in Anspruch genommen?

Es wird darum gebeten, die Frage aufgeschlüsselt nach Jahren, Teilnehmerzahlen und Inhalten/Themen zu beantworten.

Antwort:
Die heutige Beratungsstelle Inklusive Schule (BIS) hat sich aus der Beratungsstelle für die Integration behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher in der Schule entwickelt, die zum 01.10.1990 durch die damalige Ministerin als Außenstelle der Grundsatzabteilung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur eingerichtet wurde. 1995 wurde die Beratungsstelle in die Verantwortung des damaligen IPTS (Landesinstitut Schleswig-Holstein für Praxis- und Theorie der Schule) übergeführt; heute ist die Beratungsstelle Bestandteil des Schulartteams Sonderpädagogik im IQSH.
Die BIS informiert insbesondere über rechtliche Grundlagen, stellt Beispiele guter Praxis zur Verfügung, sie berät bei dem Prozess einer inklusiven Schulentwicklung, organisiert Fortbildungsveranstaltungen und fördert die Zusammenarbeit von Schulen untereinander. Die Angebote der BIS richten sich nicht nur an Lehrkräfte, sondern an alle Personen und/oder Gruppen, die an der Entwicklung inklusiver Schule beteiligt sind. Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Veranstaltungen werden im IQSH gemeinsam mit denen anderer Veranstaltungen aggregiert erfasst und sind somit in den Übersichten der Antwort auf Frage 1 enthalten. Eine differenzierte Darstellung ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

4. Wie weit sind die Entwicklungen der Idee, einen Paradigmenwechsel in der Lehrerstellenzuweisung und damit der pädagogischen Grundversorgung in die Wege zu leiten?

Antwort:
Im Zuge der Erarbeitung des 2014 vorgelegten Inklusionskonzepts wurde ein intensiver Dialog- und Diskussionsprozess begonnen, der seitdem kontinuierlich fortgeführt wird. Bezogen auf die Fragestellung wurde u.a. im Rahmen des Runden Tisches Inklusion, der vierteljährlich zusammenkommt, und regionaler Fachgespräche, die 2015 mit den Leitungen der Förderzentren durchgeführt wurden, deutlich, dass die Entwicklung der Inklusion in den einzelnen Förderschwerpunkten differenziert zu betrachten ist. So ist die Zuweisung der Planstellenzuweisung für die sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt Lernen bereits auf allen Ebenen weitgehend im Sinne einer sonderpädagogischen Grundversorgung von der Feststellung des
sonderpädagogischen Förderbedarfs bei einzelnen Kindern abgekoppelt worden. In anderen Förderschwerpunkten sind die Überlegungen dazu noch nicht abgeschlossen. Zudem wird im Rahmen von Fachveranstaltungen über die damit zusammenhängenden Fragen der Diagnostik diskutiert werden. Ziel bleibt ein landesweit transparenter und verlässlicher Einsatz der für die Inklusion zur Verfügung stehenden Ressourcen.


http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4400/drucksache-18-4442.pdf

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