Sven Krumbeck Blog

Rede zu TOP 31: Moratorium für die Einführung neuer Lehrpläne (Fachanforderungen)

45. Sitzung des Landtags – Freitag, 23. September 2016

Sehr geehrter Herr Präsident,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

oft kommen die Dinge anders, als man denkt.
Lehrpläne fallen in der Regel zum Beispiel nicht vom Himmel und bis eine Lehrplanreform oder wie jetzt, eine Änderung der sogenannten Fachanforderungen umgesetzt ist, gehen schon mal das eine oder andere Jahr ins Land.
Ich denke, dass wir uns alle darin einig sind, dass eine steter Anpassung der Inhalte, also der Fachanforderungen für die Schulen sein muss. Anders kann es in einer sich rasant schnell entwickelnden und verändernden Gesellschaft gar nicht sein, wenn Schule das Leben und die Lebenswirklichkeit der Schüler abbilden soll.

Die Fachanforderungen sind elementarer Bestandteil des Konzepts zur Verbesserung der Unterrichtsqualität und sie gehören zu den länderübergreifenden Standards der KMK und die Qualitätssicherung durch Schulleitungen und Lehrkräfte vor Ort. Und genau hier liegt der kritische Punkt.
Die Kritik, die da zum Beispiel vom Philologenverband geäußert wird, ist so elementar, dass man aufhorchen muss.

Am 6. September berichtete der sh:z von überrumpelten Lehrern, weil ihnen das ganze Verfahren zu schnell ging, zu wenig Mitbestimmung stattfand und berechtigte Kritik im Vorfeld offenbar keine Berücksichtigung gefunden hat.
Und wie das so ist, wies das Bildungsministerium diese Kritik sofort zurück. Das sei doch alles ausdiskutiert, rechtzeitig veröffentlicht und in einem breit angelegten Dialog besprochen worden.
Liebe Kollegen – ich sage es ganz ehrlich und spiele mich hier nicht zum Experten für Lehrplanfragen auf: Ich weiß nicht, wie berechtigt die inhaltliche Kritik ist, aber ich weiß, dass die sogenannte ‚Dialogkultur‘ dieser Regierung so ausgeprägt ist, dass die Dialogpartner eigentlich immer protestiert und sich zu wenig eingebunden gefühlt haben. Ich formuliere das bewusst vorsichtig.

Wenn mir heute ein Lehrer sagt: Das kann so nicht gehen, das Weghören und die ‚Basta-Politik‘ haben Methode, dass werde ich da – aus Erfahrung – nicht gegen reden. Das höre ich mir in Ruhe an.
Es sind aber auch formale Gründe, die meine Sympathie für den FDP-Vorstoß befeuern, denn daran, dass die geänderten Inhalte Auswirkungen auf die Materialien haben und diese angepasst werden müssen, wurde zu wenig Rücksicht genommen.
Und wenn es so ist, wie es die Sprecherin des Ministerium gegenüber der Presse geäußert hat, dass die Arbeit im die Fachanforderungen ein sehr lange währender Prozess war, dann kommt es auf eine kurze weitere Zeitspanne nicht an. Dann sollte man das machen um vor allem eins zu vermeiden: Dass der Eindruck des Nicht-Dialogs sich weiter verfestigt. Das sollte auch im Interesse der Regierung liegen.
Wir stimmen dem Antrag daher zu.

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